Spielchen

Freitag, 18. Juli 2008 0:27

Ich sitze hier, kurz nach 6 Uhr morgens. Die Sonne geht gerade auf. Die Tierwelt erwacht. Vögel zwitschern aufgeregt.
Eine Nacht voll Traurigkeit liegt hinter mir. Verletztheit.

Wir Menschen sind echt furchtbar. Wir spielen Spielchen um unseren eigenen Vorteil’s willen. Wann geht es uns denn wirklich um unsere Gegenüber? Wann machen wir uns denn die Mühe an der Oberfläche zu kratzen?
Spielchen finden meist nur an der Oberfläche statt. Dort, wo 99% Trug und Schein sind.
Blender.
Ich verachte Blender.
Nur zum eigenen Nutzen.
Mittel zum Zweck.
Keinen interessiert wirklich wer du bist. Das würde gar einer Bedrohung gleichkommen. Bis zu einem Punkt mag dieses “sprituelle” Zeug ganz nett und lehrreich sein, aber dann wirds schon wieder zu anstrengend. Wir müssen ja alle schön unsere Selbstbestimmtheit wahren. Ja nichts davon aufgeben oder gar mit sich einen Kompromiss eingehen.
Oh, und schon gar nicht etwas tun, was dem anderen gut täte, weil, dass wäre ja alles auch nur wieder eine Lüge.
“Du musst dir selber “gut-tun”, “ich kann dir nicht helfen, oder gar etwas nehme”, “blablablalba”.
Ich frage mich gerade, ob diese ganze Selbsterkenntniskacke nicht DIE große Lüge ist. Vorallem kann man diese auch wieder wunderbar vor sich hinschieben.
Man kann sie für Ausreden jeglicher Art verwenden.
Man darf grob sein, denn, es ist ja nur zum Besten des anderen.
Man kann einfach abhauen, denn, das ist der Fluss des Lebens.
Man kann verletzen, und sich gleichzeit alles nehmen was man braucht.
Spielchen eben.
Zum kotzen.
Und ich lasse mit mir spielen.
Spiele mit.
Immer und immer wieder und bin einfach nur zu blöd um es zu merken.
Und wenn ich es merke, dann bin ich tief verletzt.
Ja.
Mich kotzt es an.
Aus tiefsten Herzen.

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Kälte

Donnerstag, 17. Juli 2008 3:58

Ich bin traurig.
Diese markerschütternde Kälte, die zuweilen auf diesem Planeten vorherrscht, ist für mich oft unterträglich.

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Tempel

Mittwoch, 16. Juli 2008 3:49

So wie vorgehabt war ich gestern in zwei buddhistischen Tempelanlagen in der Nähe von Bangkok. Mein Sohn hat gleich in der Früh gestreikt. Er war einfach noch zu müde und wollte den Tag am Hotelpool verbringen. Irgendwie war mir das ganz recht. Also schnappte ich mir ein Taxi und fuhr zu den Tempeln.
Ich weiß auch nicht warum, aber da war so eine Aufgeregtheit in mir. Im Tempel selber war ich dann einfach nur selig. So eine Stimmung in Worten einzufangen ist eigentlich nicht möglich, darum lass ich es gleich bleiben.
Hingabe und Achtsamkeit war zu spüren.
Ich habe mich dort auf den Boden gesetzt und einfach nur gefühlt. Einige Mönche saßen auch noch rundherum.
Dann gab es einen kurzen Moment, in dem ich spürte, wie sich der Boden unter mir auftat, als ein riesen Loch. Ja, ich kann es eigentlich nicht beschreiben.
Ich bin dort sicherlich eine Stunde verweilt, in mich versunken.
Und da habe ich den Entschluss gefasst, eine Reise zu tun.
Alleine.
Wenn mein Jüngster aus dem Gröbsten raus ist, werde ich mich alleine auf den Weg machen. Alleine dieser Tag war so befreiend für mich.
Ich denke, es ist ungemein wichtig für jeden, einmal alleine auf Reisen zu gehen.

Am späten Nachmittag traf dann die restliche Familie ein. Nicht, dass ich mich nicht gefreut hätte, sie wieder zu sehen, aber irgendwo in mir war auch diese Sehnsucht, alleine zu sein. Fast schäme ich mich für diesen Gedanken, aber es ist eben so.
Ja, momentan bin ich gerne alleine. Ich wäre gerne eine ganze Weile ohne Familie unterwegs.
Ja, schlimm irgendwie, aber einfach wahr.

Jetzt sitzte ich gerade am Flughafen in Bangkok und warte auf den Anschluss nach Kuala Lumpur, von dort geht es dann weiter nach Denpassar. Mein Kleinster liegt am Boden und schläft, die Großen lesen oder hören Musik. Eigentlich ein ganz friedlicher Anblick, dennoch wäre ich gerne alleine.
Asien, Tag 3

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Jetlag

Montag, 14. Juli 2008 20:46

So, nun sitzt ich hier in Bangkok. Geistig-körperlich total müde.
Mein mittlerer Sohn schläft hinter mir seelig. Der Rest der Familie steht noch in Wien, und kommt hoffentlich in 2 Stunden auf dem Flug mit. Ja das Leidwesen von Standbyfliegern und der immer schlimmmer werdenden Überbuchungspolitik der Airlines. Gestern sind tatsächlich 16! zahlende Passagiere in Wien sitzten geblieben. Und ich spreche hier von Wien, nicht von London oder Atlanta, wo dich die Airline dann einfach umbucht und du ein paar Stunden später fliegst. Denn in Wien, geht sage und schreibe nur einmal pro Tag ein Flug in diese Richtung.
Zehn Stunden am Jumpseat liegen mir jetzt noch im Magen, und wieder bin ich an einem Punkt angelangt wo ich mir schwöre, nie wieder standby zu fliegen. Dennoch werde ich mich nächstes ja in der genau selben Situation wieder finden.

Normalerweise stellt sich bei mir bereits nach dem Verlassen des Flugzeuges eine gewisse Freude ein, oder gar so etwas wie Glückseeligkeit.
Die hohe Luftfeuchtigkeit schlägt einem ins Gesicht. Das geschäftige Treiben der Asiaten. Typische Gerüche. Asien eben.
Komischer Weise blieb dies heute aus. Komplett.
Und das liegt nicht an den Umständen der Reise, die ich ja gewohnt bin.
Ich kann es gar nicht richtig beschreiben.
Mal sehen, vielleicht wenn ich übermorgen in Indonesien aussteige.

Morgen werde ich mir mit meinem Sohn den Königspalast ansehen und einen buddhistischen Tempel.
Ob dieser Tatsache bin ich richtiggehen aufgeregt.
Ja, ich werd seltsam.
So, fast 2 Uhr Früh.
Kopfschmerzen und Verspannung im Rücken. Füße tun mir weh. Müde Augen und Finger.
Noch ein paar Seiten lesen und dann kriecht die Mündigkeit hoffentlich auch bis ins letzte Eck meiner Erscheinung.
Asien, Tag 1

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Vielleicht

Sonntag, 13. Juli 2008 11:31

Vielleicht bedeutet Liebe auch zu lernen, jemanden gehen zu lassen, zu wissen, wann es Abschniednehmen heißt.
Nicht zuzulassen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen, was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.

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In meiner Mitte

Samstag, 12. Juli 2008 16:49

Heute gab es bereits einige Augenblicke in denen ich vollkommen in meiner Mitte war.
Frieden in mir, Geborgenheit, ein Hauch von Liebe, Mitgefühl, Freude, Traurigkeit, Sehnsucht nach mir, einfach Frieden.
Es war perfekt.
Unglaublich und eigentlich unbeschreiblich.
Jetzt zu sterben, hätte ich es in der Hand, wäre nahezu vollkommen.
Ich würde mit einem Lächeln gehen.
Aber so ist dieses Lächeln nun in meinem Gesicht zu sehen, für alle die dies sehen wollen.
shiva.

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Tautropfen

Freitag, 11. Juli 2008 14:24

Im Tautropfen leuchtet die Sonne,
dann wird der Tautropfen trocken in meinen Augen,
und dort leuchtest du,
ich, ich lebe…..

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Sohnemann

Donnerstag, 10. Juli 2008 19:41

Den heutigen Tag habe ich so eingerichtet, dass ich ihn mehr oder weniger alleine mit meinem ältesten Sohn verbringen konnte.
Er steht sich momentan selbst im Weg.
Veränderungen wie Wachstum, Stimmbruch, beginnende Geschlechtsreife und das Wahrnehmen des anderen Geschlechtes machen ihm ziemlich zu schaffen. Dazu kommt das Gefühl, sich dauernd benachteiligt zu fühlen.
Pupertät eben.
Wir sind Klamotten einkaufen gegangen. Waren dann gemeinsam schön essen und haben uns dann noch einen Film angesehen. Es hat ihm sichtlich Freude bereitet, dass mein Fokus zumindest für ein paar Stunden nur auf ihn gerichtet war.
Zum Schluss haben wir noch seine Ausrüstung für das Pfadfinderlager durchgesehen, das im August stattfindet.
Plötzlich meinter er, dass das eigentlich etwas wäre, was er lieber mit seinem Vater machen würde. So ein “Männer-Ding” eben. Ich musste ihm dann aber erklären, dass das nicht geht, weil sein Vater wenig Zeit hat und er leider auch hierbei mit mir vorlieb nehmen muss.

Sehr bald kam zur Sprache, dass er sich mehr “männliche” Begleitung durch diese Zeit wünschen würde.
Dass es ihn kränkt, dass sein Vater öfter Witze macht über seinen Stimmbruch oder andere Veränderungen an seinem Körper.
Ich habe dies schon ein paar mal miterlebt, danach auch mit meinem Mann besprochen, aber leider ohne Ergebnis.
Mich hat es in der Seele getroffen, dass mein Sohn von meinem Mann “verletzt” wird.
Ich hab dann versucht ihm zu erklären, dass sein Vater in der Situation eben nicht anders kann und dass dies rein gar nichts mit ihm persönlich zu tun hat, sondern mit eigenen Problemen aus seiner Kindheit. Aber was interessiert das einen pupertierenden Jungen schon?
Ich konnte nachempfinden was er sich wünscht und es hat mir weh getan.
Ja, so scheiße sind wir zu unseren Kindern und glauben ernsthaft, wir wären gute Eltern.

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Tatsachen

Donnerstag, 10. Juli 2008 10:20

Die Tatsache, dass meine Eltern (und hier insbesonders mein Vater) mich nie wirklich geliebt haben löst eine tiefe Traurigkeit aus.
Die Wut ebbt ab und macht dieser Traurigkeit Platz.
Ich heiße sie willkommen.
Auch so etwas wie Melancholie schwingt in dieser Traurigkeit mit.

Heute morgen die Frage an mich:”Was brauchst du denn, um wirklich glücklich zu sein?”.
Wie soll ich Menschen begreiflich machen, dass es darum nicht geht?
Diesen Maßstab des Glücklich- oder Unglücklichseins lege ich nicht mehr an.
Wieso bloß ist das so schwer zu verstehen?
Und eigentlich habe ich keine Lust mehr, mich dafür rechtfertigen zu müssen.

Momentan bin ich einfach traurig, und melancholisch.
Nicht mehr und nicht weniger.

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Verlogen und lieblos

Dienstag, 8. Juli 2008 12:02

Warum bloß belügen sich die Menschen?
Haltlos belügen sie sich und bemerken dies nichtmal, oder wollen es nicht bemerken.
Nicht das ich nicht selber so wäre, aber dennoch habe ich mich immer schon gewundert, warum sich alle so schamlos belügen.
Nun wäre daran wohl auch nichts Verwerfliches, wenn der Mensch unbegrenzt Zeit zur Verfügung hätte.
Zeit die er nutzen könnte, um zu lernen.
Aber genau diese Zeit ist etwas, wo ich mir schon lange nichts mehr vormache.
Ich werde sterben.
Weder weiß ich wie noch wann, aber diese Tatsache zu ignorieren, zu leugnen, ist schlichtweg dumm.
Diesen Tod anzuerkennen ist eine Notwendigkeit.
Es gibt keine Alternative.
Keine.

Ich bin weich. Und ja, viele nennen es sensibel oder feinfühlig.
Aber na und?
Ist das schlecht?
Ich habe mir allzu lange versucht einzureden, dass ich diese “Weichheit” durch “Härte” ersetzten müsste.
Denn, “nur die Harten kommen durch”, ein weiterer Sinnspruch meiner Mutter.

Aber ich bin nicht hart.
Wenn ich die Menschen beobachte, macht es mich traurig, wie lieblos sie mit einander umgehen.
Lieblos ihren Kindern gegenüber, ihren Partner gegenüber, ihren Freunden gegenüber, ALLEM gegenüber.
Das trifft mich.
Lieblos führen sie die Handlungen des Lebens aus.
Lieblos sich selbst gegenüber.
Sie decken diese Liebe, diese essentielle Liebe zu mit Verblendung und Lügen.
Diese Liebe ist Existenz.
Schön langsam lerne auch ich dies zu fühlen.

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