Beiträge vom 8. September 2008

Im Wald

Montag, 8. September 2008 20:36

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Ich war heute etwa eine Stunde im Wald spazieren.
Anfangs habe ich dort die Ruhe genossen und meinen Atem beobachtet. Meine Schritte wahrgenommen. Wahrgenommen wie jeder Schritt, im vom Regen aufgeweichten Waldboden, Spuren hinterlässt. Dann habe ich die Bäume beobachtet. Alles war sehr intensiv. So voller Leben und Präsents.

Plötzlich musste ich schreien. Ohne ersichtlichen Grund kam es über mich. Einfach so. Tief aus meinem Bauch schrie ich los. Ich schrie alles aus mir raus was sich da im Bauch angesammelt hat.
Irgendwann versiegte der Schrei und es war wieder still. Ich merkte wie ich zittere und ein Gefühl der Erleichterung stellte sich ein.

Dann blieb ich dort noch ein wenig stehen.
Völlig unbeeindruckt vom Lärm sah ich ein Eichhörnchen die Bäume entlanglaufen.
Die Blätter wiegten sich ganz leicht im Wind. Herbst liegt in der Luft. Man kann ihn riechen.

Alles war so komplett in dem Moment. Ich fühlte mich eingebettet in diesen Moment.

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (1) | Autor: Carmen

Zwang

Montag, 8. September 2008 9:29

Gestern ist etwas von mir abgefallen. Nicht vollständig und noch lange nicht ganz durchsichtig, aber etwas mehr Raum ist dadurch entstanden.

In mir ist dieser unbändige Zwang alles kontrollieren zu müssen. Und ich spreche hier nicht nur von Terminen und allerlei Facetten des Alltages, sondern ich spreche von Dingen wie Zuneigunge und Wertschätzung.

Dieser Zwang ist schrecklich für mich, aber aufgeben will ich ihn offensichtlich auch noch nicht.

Ich will mir sicher sein. Sicher in Bezug auf Anerkennung und Liebe. Dauernd stelle ich Vergleiche an um zu sehen wo ich stehe. Ganz schlimm wird es dann, wenn es um Menschen geht, denen ich sehr nahe bin. Dieser Exklusiv-Gedanke macht sich dann breit. So breit, dass er allem anderen den Raum nimmt.
Die Vorstellung, dieser Mensch könnte gar jemanden anderen auch noch lieben und ihm tief verbunden sein sprengt mich nahezu innerlich. Dann tauchen Bilder auf in meiner Vorstellung. Bilder, die mit der Realität rein gar nichts zu tun haben aber ich füttere sie mit meinen Illusionen, Ängsten und Erwartungen bis sie so unterträglich für mich werden, dass ich beginne um mich zu schlagen.
Dann treffe ich. Scharf wie ein Messer. Vorallem die Menschen, die mir nah sind.

Ich weiß, dass ich in der Situation nicht anders kann, und ich weiß, dass dies wohl auch nötig ist um diesen Prozess weiter zu treiben, aber es erschöpft mich wahnsinnig.

Gestern war wieder so eine Situation. Aber ich bin nicht sofort weggelaufen und habe es ausgehalten. Das war gut. Dadurch habe ich ein wenig Raum geschaffen, für den nächsten Trip, der da sicher kommen wird.

Aber diese Trips machen mich zu keinem schlechten Menschen auch wenn ich mich aktuell dann so fühle. Da ist dann aber auch wirklich alles enthalten. Von Verachtung bis Hass. Aber diese Regungen sind nicht echt. Es sind Bilder und Vorstellungen. Aber dies erkenne ich immer erst, wenn ich wieder durchgegangen bin.

Gestern war mir jemand zur Seite. Ohne mich zu manipulieren oder einzugreifen war jemand da. Einfach da. Ist geblieben, wider meiner ganzen Erwartungen und Vorstellungen. Obwohl ich um mich geschlagen habe ist dieser Mensch geblieben.

Ich danke dir, von ganzem Herzen…

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (0) | Autor: Carmen