Im Café
Dienstag, 13. Mai 2008 12:09
Ich war heute Morgen mit einer Freundin im Café und konnte da einige Szenen beobachten, die ich hier aufschreiben möchte.
Auch wenn diese Szenen augenscheinlich ziemlich lapidar wirken mögen, haben sie mich in gewisser Weise “be-eindruckt”, und werden mich wohl noch länger beschäftigen.
Szene1:
Ich beobachte wie eine Familie mit zwei Kindern am Nebentisch Platz nimmt. Die Eltern bestellen und die Kinder (etwa 3 und 8 Jahre alt) werden sofort auf den angrenzenden Spielplatz geschickt. In einer Art die mir suggerierte:”Schleicht euch und nervt uns nicht”.
Während die Eltern ihr Frühstück einnehmen, fast gleichzeitig ihre Zigaretten “fressen” und sich parallel anschweigen, kommen die Kinder, die im Übrigen selbst noch nichts zu Essen bekommen hatten, immer wieder an den Tisch, um den Eltern etwas zu zeigen, oder sie etwas zu fragen. Einfach, um beachtet zu werden.
Die Eltern, beide gleichermaßen unmotiviert, beantworten bzw. beachten die am Tisch stehenden Kinder kaum oder gar nicht. Meist geben sie nichtmal Antwort. Und wenn sie auf die Bitten oder Fragen der Kinder reagieren, dann heben sie nicht ihren Kopf, oder wenden ihren Blick den Kindern zu.
Der scheinbare “Friede” währte nicht lange.
Das jüngere Kind musste auf die Toilette und kam zum Tisch. Die Mutter hob den Kopf suchend und brüllte dann dem ältern Kind entgegen, es solle doch mit seinem Bruder endlich aufs Klo gehen. Missmutig und sichtlich verärgert nahm er den Bruder an der Hand und zog ihn Richtung Klo.
Als sie wiederkamen, weinte der Kleine und meinte, dass es wohl zu spät gewesen sei, und die Unterhose nun nass ist. Woraufhin ihm die Mutter vor allen Leuten die Unterhose auszog und gleichzeitig den älteren Bruder ankeifte, dass dies nun seine Schuld ist, und sie es kaum glauben kann, dass ein “fast Erwachsener” zu blöd sei, rechtzeitig mit dem Kleinen aufs Klo zu gehen.
Obwohl ich in dem Moment schockiert und gleichzeit gebannt diesem Schauspiel zuschaute, stieg unglaublicher Ekel in mir auf.
Ekel und Verachtung diesen Menschen gegenüber. Oder? Ekel mir gegenüber?
Fakt ist, zum Autofahren benötigen wir einen Führerschein, zum Kinderkriegen nicht.
Szene 2:
Klein shiva wird nun “Erwachsen” und darf auch über Sex und so reden. (grins)
Habe heute festgestellt, dass ich definitiv nicht der Frauentyp bin, dem Männer nachschauen würden.
Naja, ist jetzt nicht so, dass das eine neue Erkenntnis für mich wäre, aber daraus folgen weitere Gedankengänge.
Nein, besser gesagt, es folgte ein Gefühl der Wut.
Wut, nicht diese “Macht” der Erotik (und hier ist es mir wichtig, dass ich Erotik und nicht Sexualität meine) zu besitzen.
Wut auf wen?
Na natürlich auf die Frauen, die dies ohne Anstrengung verbreiten. Und Wut auf die Männer, dass sie diesen Frauen mit offenen, sabbernden Mund nachgaffen.
Und, Wut auf mich?
Heute hatte ich wirklich das Gefühl, dass ich gerne begehrenswert wäre. Ja, dem ist wirklich so.
Auch wenn ich noch ein paar Kilos abnehme, oder mir literweise Fett absaugen lassen, meinen Busen, Hinter, Bauch und Nase modelieren lasse, es würde an der Tatsache nichts ändern.
Weil das nicht in mir ist.
Ich kann das nicht nach außen tragen. Dieses Aufreizende, dieses Anmachende. Diese Art eben, worauf ich denke, dass Männer einfach stehen.
Da gibt es nun zwei Faktoren, die offensichtlich unvereinbahr sind.
Auf der einen Seite, der Wunsch, diese “Annerkennung” auch zu erhalten.
Auf der anderen Seite, vom Wesen her eher die “Stille” zu sein.
Und was man nicht vergessen darf.
Wie beleidigt wäre ich vermutlich, wenn mich ein Mann nur auf Grund meiner “Erotik” toll finden würde.
Vermutlich würde ich mich hier auch wieder nicht als “Ganzes” beachtet und respektiert fühlen.
Oh, ich merk grad, sehr kompliziert.
Diese Wut hat mich erschrocken.
Aber ich fühle das immer noch.
Seit gestern ein Ziehen oder Kribbeln im linken Arm. Weder angenehm noch unangenehm, aber ständig da.
Thema: Alles und Nichts | Kommentare (0) | Autor: shiva