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Das Schreiben hier im Tagebuch hat irgendwie einen Effekt auf mich.
Es es ist wie ein Überdruckventil, das sich öffnet, wenn der Druck zu groß wird.
Wie man beobachten kann, stehe ich momentan wohl unter Dauerdruck.
Hier kann ich einfach alles rauskotzen, ohne Hemmungen. Ohne Rücksicht auf zartbeseitete Mitmenschen. Wer es nicht erträgt braucht es ja schließlich nicht zu lesen.
Ich habe mir schon einige Male die Frage gestellt, warum ich hier schreibe, oder gar “für wen” ich das mache.
Anfangs war die Antwort ganz klar. Sicher nicht für andere. Ob das nun 5 Leute lesen, hunderte oder keiner ist eigentlich schlichtweg egal. Ich schreibe für mich, nur für mich. Um zu reflektieren, und, weil ich es tun muss. Es geschieht einfach. So. Ohne Anstrengung. Das ist irgendwie ein gutes, leichtes Gefühl.
Aufallend ist hingegegen, dass bereits kurze Zeit nachdem ich Beiträge gepostet habe, mir das soeben Geschriebene irgedendwie reichlich surreal erscheint. Nicht selten als eine neue Lüge aufleuchtet, in Form von großen Stopschilder, wie sie einem auf der Autobahn entgegenblinken, um uns aufzufordern, stehen zu bleiben. Aber genau das will ich nicht. Stehen bleiben. Ich brauche die Reibung um zu wachsen. Auch wenn diese Reibung mir oftmals tiefe Wunden zufügt, oder alte, bereits verheilte (diesem Irrtum laufe ich immer noch auf) wieder aufreisst.
Härte wäre wohl auch ein Synonym für das was ich brauche. Diese Härte ist ein Charakteranteil in mir. Oder vielleicht trifft es Grausamkeit besser. Ein gewisser Hang zur Grausamkeit.
Ein Tagebuch ersetzt allerdings nicht das zwischenmenschliche Gespräch, auch wenn ich mir das manchmal versuche einzureden.
Blödsinn.
Und manchmal wenn ich mir überlege, warum ich mich entschlossen habe dieses Tagebuch zu führen ist da noch ein Gedanke.
Der Gedanke daran, wie hilflos und verloren ich ganz am Anfang dieses Prozesses war (und heute oft noch bin), und dass mir das Lesen von anderen Tagebüchern (und ich habe Nächte damit zugebracht), eigene Prozesse in mir, vor Augen geführt hat. Diese Blogs haben mir gezeigt, dass ich nicht ganz alleine bin mit meinem Gedanken. Heute empfinde ich Dankbarkeit diesen Autoren gegenüber. Vielleicht ist das auch mit ein Grund für mein Schreiben. Das irgendjemand (und sollte es nur eine einzige Person sein) aufgrund meiner Zeilen erkennt, dass es einen Weg gibt, egal wie steinig er auch sein mag. Und dass diesen Weg auch andere gehen.
(Bereits jetzt überlege ich den Schmarrn wieder zu löschen, aber ich lasse es jetzt erstmal stehen).
Montag, 12. Mai 2008 18:00
Ja, es ist berührend zu lesen, dass andere auch zu allen zeiten an anderen orten (sich) auf diesen wegen wandeln. und es geht wohl auch nur so.
“when the shit comes down you better get ready.”
alles liebe,
olaf
Mittwoch, 14. Mai 2008 20:08
Hi, bin froh, dass Du nicht gelöscht hast. Dein Blog berührt mich sehr. Sicher ist bei mir auch, bitte verzeih, ein egoistisches ‘andere haben es auch schwer dabei’.