Beiträge vom 9. Mai 2008

Hingabe

Freitag, 9. Mai 2008 20:04

“Gieb deine Schönheit immer hin
ohne Rechnen und Reden.
Du schweigst. Sie sagt für dich: Ich bin.
Und kommt in tausendfachem Sinn,
kommt endlich über jeden.”

(Rainer Maria Rilke, 14.7.1899, Berlin-Schmargendorf)

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (0) | Autor: shiva

Auflösung der Lügen

Freitag, 9. Mai 2008 19:07

Ich habe das Gefühl auf einen Punkt zu zu steuern, der sehr schmerzhaft sein wird.
Es ist als würde ich eine “Schwelle” überschritten haben und genau wissen, dass kein Weg daran vorbei führt, noch weiter zu gehen.
Oder in anderen Worten. Ich habe gar keine Wahl. Es ist als würde ein “innerer” Kompass mich führen, mitten ins “Unbekannte”.
Aber alleine das Überschreiten dieser Schwelle ist nicht die ganze Schwierigkeit. Als würde dieser Moment nicht schon schwierig genug gewesen sein.
Wenn man diese “Lügen des Lebens” und sein eigenes Verhalten erkennt, stellen sich diverse Schwierigkeiten mit dem Umfeld ein. Vor allem im zwischenmenschlichen Bereich. Hinzu kommt, dass es im Prinzip unmöglich ist, mit anderen über diese Erlebnisse zu reden. Das wäre wie Perle vor die Säue streuen.

Diese Unruhe, die ich nun schon seit einiger Zeit verspüre, habe ich nun als einen gewissen Drang identifiziert. Den Drang, diese Lügen aufzulösen, in dem ich Zustände verändere.
Aber bereits dies wäre schon wieder eine Lüge.
Sich vom Partner zu trennen, die Berufswahl in Frage zu stellen, Freundschaften zu hinterfragen, die ganze Gesellschaft zu durchleuchten……..all diese Anschauungen prägen einen gewaltigen Konflikt in mir. Daher die Unruhe.
Es könnten noch gewaltige Schwierigkeiten mit meinem ganzen Umfeld auftreten.
Wie erklärt man Menschen, die einem scheinbar nahe sind, dass man alles aufgeben könnte. Alles. Familie, Studium, Haus, Heimat……Wie kann das jemals jemand verstehen?

Mir wurde gesagt, dass, hat man diesen Punkt erstmal erreicht, würde ein innerer Antrieb dafür sorgen, dass man ohne “Hilfe” weitergeht.
Dies kann ich, ehrlich gesagt, nicht erkennen.

Von außen betrachtet, gebe ich den Prototypen einer Depressiven ab. Hier bedient sich jedes Symtom dieses Klischees. Manchmal glaube ich selbst schon daran.
Was ich sehr stark beobachten kann, dass Freunde es kaum schaffen, damit umzugehen.
Vorallm damit, dass ich keinerlei Anstrengungen unternehme, auch nur irgendetwas zu ändern.
Aussagen wie:”Komm, das wird schon wieder”, oder “Kopf hoch, da musst du einfach durch”, empfinde ich wiederum als Teil dieser Seifenoper. Hier kann ich wirklich nur mit der Schulter zucken.
Und im Endeffekt wollen Menschen mit mir in dieser Phase nichts zu tun haben. Und ich verstehe das.
Vor allem das andere Geschlecht hat da seine Probleme. Man will Frau als unbelastetest Objekt. Immer lächelnd und natürlich attraktiv. Selbst wenn es einem scheiße geht, soll man sich aufbrezeln um zumindest Schadensbegrenzung zu betreiben.
Aber dazu habe ich keinen Bock.

Das Einzige was mir manchmal etwas “Halt” gibt, ist die Tatsache, dass ich nichts falsch machen kann. Es gibt kein “nicht richtig”.
Es bedarf keinerlei Anstrengungen.
Diese Tatsache ist das einzige was mich momentan aufrecht hält.

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (3) | Autor: shiva