Atmen ist Leben
Mittwoch, 7. Mai 2008 15:02
Ich merke wie ich allmählich eine Phase hinter mir lasse.
Seit meiner letzten OP war in mir ein sehr sehr starkes Gefühl der Gleichgültigkeit, was vor allem meinen Körper anbelangt.
Ich fiel von einem Extrem ins andere. Von absoluter Vernachlässigung bis zur hysterischen Bauchpinselei.
Letze Woche begann das Sport-Modul im Zuge meines Studiums. Heute war Schwimmen an der Reihe und ich merke allmählich, wie mir die körperliche Betätigung gut tut. Ich beginne mich wieder zu spüren. Nur ganz langsam, aber immerhin.
Sport war mir irgendwie immer schon wichtig, aber da ist auch diese Seite der unsäglichen Faulheit in mir. Und irgendwie fanden diese zwei Charakterzüge nie so wirklich ihr Auskommen.
Seit ich wieder schmerzfrei bin gehe ich wieder laufen. Anfangs dachte ich, es würde meiner inneren Unruhe helfen, was es nicht tat, aber das spielt nun auch keine Rolle.
Während des Laufens merke ich, wie mein Atmen eine ganz andere Qualität bekommt. Atmen ist Leben. Ich darf mich nicht über Antriebslosigkeit und Müdigkeit wundern, wenn ich nur “halbherzig” atme. Mein ganzes Vitalsystem hängt damit zusammen, die ganze Lebensenergie. Meine Aufmerksamkeit steigt auch merklich, seit ich mich wieder etwas um meinen Körper kümmere. Hier muss es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Energielevel und “Lebenswillen” geben.
Die letzten Wochen war ich scheintot.
Jeder der behauptet, körperliche Betätigung (egal in welcher Form) wäre unwichtig, der redet sich nur etwas ein. Lügt sich selber in den Sack. Nur wie ein Gewohnheitstier dahin zu vegitieren ist zwar bequem aber auch ziemlich verlogen und feig. Und sich dabei dann noch fest auf die eigenen Schulter klopfen.
Ich bekomme so langsam das Gefühl, wieder klarer denken zu können. Wahrhaftiger zu fühlen und wieder ein wenig Sinn darin zu sehen, dieses System aufrecht zu erhalten. Ich werde etwas wacher.
Aber da ist auch diese Angst, mit der Wahrheit nicht zurecht zu kommen.
Was ist, wenn ich die Wahrheit nicht ertragen kann?
Thema: Alles und Nichts | Kommentare (2) | Autor: shiva