Samstag, 3. Mai 2008 13:00
Heute Nacht träumte ich davon, wie ich allmählich verstummte.
Mitten im Gespräch mit jemanden wurde meine Stimme immer undeutlicher und leiser, bis sich nur mehr meine Lippen bewegten.
Ich war irgendwie erstaunt über mich selbst, dass mich dieser Zustand nicht in Panik verfallen ließ.
Ich saß dann da. Meine Lippen bewegte ich auch nicht mehr und ich starrte in die Leere. Ein sehr friedliches Gefühl.
Mein Gegenüber war auch plötzlich verschwunden.
Tatsächlich fällt mir zwischenmenschliche Kommunikation momentan sehr schwer. Oftmals wünsche ich mir, dass um mich herum einfach nur alles verstummt und still sei.
Wobei ich auch erwähnen muss, dass ich, wenn ich dann Gespräche führe, das Gefühl habe, dass meine Worte gar nicht ankommen. Somit, warum nicht einfach schweigen?
Zum 1. Mai war ich mit Freunden und den Kindern auf einem typisch, österreich-geprägtem Maifest, da die Kinder dort für den Verein Fussball spielen sollten.
Da saß ich nun, inmitten von hunderten Menschen auf einer Heurigengarnitur. Zeltfeststimmung mit dazugehöriger Hansi Hinterseer-Schunkel-Musik. Obwohl man sein eigenens Wort kaum verstehen konnte wurde fleißig kommuniziert. Ich muss gestehen, dass ich den Großteil nicht mitverfolgt habe bis folgender Satz fiel:
“Durch Leid zum Licht”.
Dieser Spruch steht in Wien wohl über irgendeinem Kircheneingang, und die Personen rund um diesen Tisch fingen heftig an zu diskutieren, wie man nur so etwas den Menschen an den Kopf werfen kann.
Als ich etliche Argumente gegen und für diesen Sinnspruch aufnahm stellte ich fest, dass ich in diesem Moment, die meisten der Beteiligten als Ausnahmeerscheinungen der Idiotie wahrnahm. Wirklich richtiggehend dumm. So dumm, dass es mir Schmerzen bereitete, diesen Ausführungen weiter zu folgen.
Und nein, ich fühlte mich keineswegs schlecht, dass ich so empfand.
Ich wünschte mir nur Stille…..mögen alle verstummen.
Schmerzfrei.