Beiträge vom Mai, 2008

Herumgeschleiche

Samstag, 31. Mai 2008 23:17

Da ist dieses Thema, dieses so wichtige Thema um das ich herumschleiche. Ich versteh mich hier selber nicht. Ich weiß, dass ich da durch muss, aber bin mit Blindheit geschlagen.
Und das Schlimmste ist, dass ich bereits erkennen kann, wie es weitergehen wird, wenn ich diese Strukturen nicht auflösen kann. Ewig wird das so weitergehen.
Eigentlich ist es so simpel, dass ich drüber lachen könnte. Aber es bringt mich zum Weinen.

Ich sitze auf der Terasse.
Blicke in den sternenklaren Himmel.
Bewundere die Sterne, den Mond.
Die Luft ist klar. Der Duft des Grases liegt in der Luft.
Meine Haut spannt etwas von der Sonne.
Ich rieche die Bodylotion, die ich vorhin aufgetragen habe.
Mein Knie schmerzt etwas.
Gedanken, ob ich die Wandertouren nächste Woche schaffen werde, mit dem Knie.
Ich bin gefangen als Kind.

Unruhe.

Ich habe heute in Jiddu Krishnamurti gelesen. Mir fiel ein, wie es war, als ich diese Bücher zum ersten mal in der Hand hatte. Vor etwa zwei Jahren war das.
Heute als ich dies wieder las, merkte ich, dass ich es erst heute annähernd verstehe. Damals war es ein innerer Drang zu diesen Büchern zu greifen, ohne sie wirklich zu verstehen. Ich kann mich an die Ratlosigkeit erinnen, ob der Worte, die Jiddu da niederschreiben lies. So oft habe ich mich gefragt, was er damit meint.
Heute verstand ich diese Worte und las eines seiner Bücher mit einer Leichtigkeit durch, während die Kinder im Wasser plantschten.
Ähnlich ging es mir mit dem Film “American Beauty”, den ich nun schon etliche Male gesehen habe. Aber mit jeden Mal kamen da neue Eindrücke und Gefühle in mir hoch. Im Vergleich zum ersten Mal, als ich ihn sah, haben sich da Welten aufgetan.
Hier habe ich das erstemal ein Empfinden von “Wachstum”. Ich bin gewachsen. Ein stückweit zu mindest.

Aber das alles ist wieder nur Ablenkung. Ablenkung vom Wesentlichen.
Wie ein hungriges Tier schleiche ich um die Futterstelle herum. Aber der Hunger ist offensichtlich noch nicht groß genug.

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (0) | Autor: shiva

Selbstfindungstripp

Samstag, 31. Mai 2008 17:59

Folgender Satz wurde mir heute an den Kopf geworfen:”Würdest du dich ein wenig mehr mit dem beschäftigen, was rund um dich passiert, und etwas weniger damit was in dir vorgeht, dann könnte es mit Umständen passieren, dass du von deinem Selbstfindungstripp wieder runterfindest”.

Dieser Satz hat mich kurz so erstarren lassen, dass ich nichtmal irgendetwas antworten konnte. Jetzt, einige Stunden später, weiß ich, dass das so auch das beste war.

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (6) | Autor: shiva

Stolz

Samstag, 31. Mai 2008 7:42

Ich vermeide es tunlichst zu meinen Kinder zu sagen:”Ich bin stolz auf dich weil du …..”. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht warum, aber ich habe eine Abneigung gegen dieses Wort “Stolz”.
Ich sage stattdessen:”Ich freue mich über dies und das…”, oder “da kannst du dich aber wirklich freuen….”. Also wie gesagt, ich habe schon oft überlegt, warum ich das so empfinde.
Heute Nacht kam mir allerdings eine Phase in meinem Leben in den Sinn, wo ich tatsächlich sagen kann, dass ich stolz drauf bin, diese überwunden zu haben.
Und zwar ist das meine Bullimie.
Diese Krankheit hatte wirklich eine ziemliche Macht über micht. Über viele, viele Jahre habe ich mich dieser Macht gebeut. Zum Ende hin, war es so schlimm, dass ich vermieden habe, außerhalb zu essen, weil ich nicht wusste, ob eine Möglichkeit in der Nähe war, mich zu übergeben.
Das war ein Spießrutenlauf. Keiner durfte es natürlich merken. Was wäre das für eine Schande gewesen?
Mein Magen war damals schon so empfindlich, dass ich Fleisch kaum mehr behalten konnte, auch viele andere Nahrungsmittel nicht mehr.
Ich kann heute nicht mehr wirklich sagen, wie ich es geschafft habe. Aber ich habe es geschafft.
Obwohl, geheilt ist man ja nie. Wer weiß, vielleicht kommt sie wieder. Aber ich weiß, dass ich das nötige Werkzeug selber in der Hand habe, um dies zu schaffen.
Ja, darauf bin ich stolz. Hier passt dieses Wort.

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (0) | Autor: shiva

Gleichgültigkeit

Freitag, 30. Mai 2008 16:38

Es fällt mir immer schwerer, Dinge zu tun, die ich gerade nicht will.
Aber eine gut eintrainierte Konditionierung hält auch dieses Verhalten meist noch aufrecht. Ein Verhalten, das meinem inneren “Nein” nicht genug Aufmerksamkeit schenkt, und gegen dieses “Nein” diverse Aufträge ausführt.
Aber sofort merke ich, wie ich mich verspanne und ein sehr befremdenes Gefühl mich einnimmt. Ich führe Dinge aus, obwohl ich gerade überhaupt nicht will und das lässt mich in einem total unzufriedenen Zustand zurück. Hier verletze ich mich selbst, hier erniedrige ich mich in einer gewissen Art und Weise.

Heute gab es an der Uni wieder so eine Situation.
Für eine Gruppenarbeit wurden wieder die Aufgabengebiete verteilt. Irgendwie hatte ich schon seit langem so eine Dauerfunktion der “Organisatorin” über, die allen kleinen Kindern immer schön sagt, was sie wann und wo und wie zu tun haben. Wenn ich heute drüber nachdenke, war das in der Schule schon so.
Aber dieser Drang diese Funktion immer wieder zu übernehmen, war ja auch nicht ganz uneigennützig. So hatte ICH die Kontrolle. Ich hatte quasi den Überblick über die ganze Arbeit, und so auch irgendwie die Garantie, dass etwas Gutes rauskommen würde.
Irgendwie hatte das Ganze eben so eine Eigendynamik übenommen. An der ich natürlich mitverantworlich war.

Aber heute wollte ich eben nicht. Und, ich wollte auch keinen Grund angeben. Ich wollte einfach nicht.
Es hätte mir körperliche Schmerzen bereitet, wenn ich diesem “nicht-wollen” keine Achtung geschenkt hätte.
Natürlich stieß mein “Nein”, dass ich freundlich aber bestimmt kund tat, auf Gegenreaktionen, die von Unverständnis geprägt waren.

Und so merke ich fast täglich, dass ich Dinge, die ich gerade nicht machen will, auch nicht mache. Es geht mir dabei einfach besser.

Begleitet ist dies manchmal von einer gewissen Gleichgültigkeit. Manche würden es “kaltherzig”, oder “arrogant” oder “unverantworlich” nenne. Für mich ist es aber nur ein Gefühl der Gleichgültigkeit. Ich weiß nicht, ob das jemand verstehen kann.
Es ist nicht so, dass mir das Treiben um mich herum, total egal ist. Aber meine Grundstimmung ist, bis auf ganz wenige Ausnahmen, meist gleichgültig.
Und diese Gleichgültigkeit kommt auch dann zu tragen, wenn die Reaktionen meiner Außenwelt auf mein “ich will nicht!”, negativ ausfallen. Solange es mich nicht wirklich persönlich berührt.
Aber hier frage ich mich gerade, wovon es abhängt, dass einerseits diese totale Gleichgültigkeit in mir ist, und andererseits es mich bis ins Mark trifft, wenn mich Menschen verletzten.
Wo ist hier der große Unterschied?

Gestern fragte mich jemand, was mit dieser Gleichgültigkeit denn passiere, wenn neben mir jemand am Boden liegen würde, der unbedingt Hilfe braucht, weil er sonst sterben würde.
Ja, das ist tatsächlich eine sehr interessante Frage.

Ich merke gerade, was für einen Blödsinn ich hier schreibe.

Heute Nacht, war tiefe Traurigkeit in mir. Sehr lange geweint. Gleichzeitig fand ich meinen Tränen wundervoll. Sie enthalten so viel von mir, so viel Echheit, soviel Wahrheit.

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (3) | Autor: shiva

Niemand

Donnerstag, 29. Mai 2008 20:09

In jeder Sekunde atmest du ein.
Du musst nicht dran denken, es läuft von allein.
Und du lebst, du lebst, bist du stirbst.
Zeit heilt die Wunden und Wasser wäscht rein.
Dein Herz wird dich lenken und gut zu dir sein.
Und du stehst, du stehst, bist du fällst.

Du brauchst niemand der dir zeigt, wie leicht man lebt.
Du brauchst niemand der dir sagt, worum es geht.
Du bist niemand der verliert und untergeht.
Es gibt niemand der dein Leben für dich lebt.

Du wandelst im Dunkeln & du siehst das Licht.
Du glaubst an die Liebe & fürchtest dich nicht.
Du bist frei, frei bis du stirbst.
Gebor’n in der Zukunft, liegst du mit der Zeit.
Nichts kann dich halten, du bist längst bereit.
für den Tag, der Tag der dich liebt.

Du brauchst niemand der dir zeigt, wie leicht man lebt.
Du brauchst niemand der dir sagt, worum es geht.
Du bist niemand der verliert und untergeht.
Es gibt niemand der dein Leben für dich lebt.
Für dich lebt……..

(Gregor Meyle)

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Automaten

Donnerstag, 29. Mai 2008 7:31

Seit zwei Tagen in etwa bin ich fest gefangen in dieser “Automaten-Falle”.
Jemand sagt etwas, tut etwas und mein Programm fängt an zu laufen, wie gewohnt. Bereits bei Kleinigkeiten, wie zum Beispiel bei Blicken oder Gesten geht das schon wieder los.
Worte, die mir weh tun -und obwohl ich weiß, dass es eigentlich nichts mit mir zu tun hat- treffen mich so tief, so hart, dass es meinen ganzen Körper einnimmt. Ein dumpfes, schweres Gefühl legt sich dann über mich.
Ja, Münze rein, Reaktion raus. Immer und immer wieder.
Diese “Löschung” erfolgt einfach nicht.
Verlassenheit.
In diese Verlassenheit muss ich einwilligen.
Muss ich hineingehen.
Aber da ist wieder Widerstand. Wie oft habe ich das schon geschrieben, ich kanns nicht mehr hören.
Wiederholungen.
Endlos.

Aber ich weiß eines.
Von gewissen Menschen muss ich mich lösen, trennen, weil sie mir definitiv nicht gut tun.
Und zu anderen wiederum, werde ich den Kontakt halten, auch wenn es nicht einfach ist, auch wenn es mich fordert.
Dieses manipulative Verhalten von anderen Menschen mir gegenüber, wird mir immer mehr bewusst.
So, wie mir meine Manipulationen immer mehr bewusst werden.
Ach, ich bin irgendwie ratlos.
Traurigkeit.

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Traum von der Schlange und dem Fall

Mittwoch, 28. Mai 2008 6:06

Ich hatte heute eine sehr unruhige Nacht.
Bewusst einzuschlafen war mir nicht möglich, ich vermute, dass meine Unruhe auf Grund einem für mich unschönen Ereigniss gestern Abend, erhöht war.
Im Grunde ging es wieder einmal nur darum, mir Gedanken machen zu müssen, warum mich Menschen so oder so behandeln.
Zu Grübeln, was wohl an meinem Verhalten falsch ist, um diverse Reaktionen auszulösen. Oder womöglich nehme ich diese Situationen einfach nur verdreht war.
Jedenfalls war gestern Abend sehr gut zu spüren, wie ich wieder in diesen Sumpf der Abhängigkeit mit reingezogen wurde.
Und daraus entstand dann diese Unruhe, die ich selbst jetzt, wenn ich in mich hineinhorche, noch empfinden kann.

Zwei kurze Traumszenen heute Nacht.
Szene 1:
Ich gehe einem Fluss entlang und sehe auf der anderen Seite des Ufers eine ziemlich große Schlange liegen. Sie liegt eng eingerollt im Gras, und in der Mitte liegt ein großes Ei. Diese Schlange ist also um das Ei gewickelt. Die Schlange hebt zwar immer wieder ihren Kopf um in meine Richtung zu blicken, senkt ihn dann aber wieder. Es fällt mir schwer, weiter zu gehen.

Szene 2:
Ein Traum der mir bekannt ist.
Ich klettere auf einen Berg aus Stein und Geröll, in der vollen Absicht, dann vom Gipfel runter zu springen. Dieser Gedanke ist immer da, aber löst kein Gefühl aus. Ich merke, wie ich versuche nach einem Gefühl zu suchen.
Oben angekommen, lege ich Rucksack ab, und ziehe die Socken aus. Ich blicke in den Abgrund und versuche wieder so etwas wie ein Gefühl zu finden. Aber wieder keinerlei innere Regung bei dem Gedanken an den bevorstehenden Fall. Ich argumentiere noch ein wenig, warum ich jetzt doch Angst haben müsste oder ähnliches. Aber es tut sich nichts in mir.
Daraufhin entscheide ich, nicht zu springen.

Ich war gerade kurz im Garten um den Sprenger aufzudrehen.
Es hat bereits jetzt über zwanzig Grad.
Sommer.
Eine Müdigkeit durchzieht meinen Körper.
Ich merke, dass ich heute besonders empfänglich bin, was emotionale Spielchen betrifft.
Warum nur?
Ein Ungleichgewicht herrscht in mir.

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Echtheit

Dienstag, 27. Mai 2008 20:03

Ich bilde mir, wenn ich hier schreibe soetwas wie Sicherheit zu verspüren. Sicherheit mit dem, was “innen” ist. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Eingebung dessen, was echt und gut ist, sich verstärkt. Doch dann gibt es auch die Phasen, dass all das, wass ich hier aufschreibe mir gründlich lächerlich und einfältig vorkommt. Hier ist dann doch wieder diese Unsicherheit. Aber dieses Gefühl verfüchtigt sich allmählich.
Wenn ich schreibe, schreibe ich aus dem Bauch heraus, aus dem Herzen. Und wenn ich schreibe, dass ich irgendetwas “Scheisse finde”, dass ich “kotzen” könnte, dann sind diese Formulierungen voll berechtigt. Dann haben diese Situationen, diese Empfindungen diese Bezeichnung voll verdient.
Es ist tatsächlich manchmal befreiend hier einfach zu fluchen. Keine Rücksicht auf Kraftausdrücke nehmen zu müssen. Dem “Innen” ist nichts zu fein, noch zu schmutzig.
Doch manchmal schreibe ich mich hier auch in die eigene Manipulation hinein. Ganz tief falle ich dann wieder in Muster. Aber auch das wird seltener, weniger tief.
Dennoch fällt mir auf, dass ich trotz aller Freiheit, nicht alle Dinge beim Namen nennen kann.
Und das begrenzt mich bereits schon wieder.
Ich begrenze mich.
Aber wenn ich versuche, nicht allzu streng mit mir zu sein, dann ist dieses Schreiben hier eine gute Sache.

Nicht richtig hinzuschauen ist eine schlimme Sache.
Ich merke, je mehr ich hinschaue, je mehr Echtheit aus meinen Fingern in diesen Blog fließt, um so mehr vertraue ich mir selbst.
Wir haben alle reichlich abstruse Vorstellungen von dem, was wir sind. Und schon alleine deswegen, “dürfen” wir gar nicht genauer hinschauen.
Denn was würden wir denn erkennen, wenn wir es dennoch täten? Schamgefühl, Wut, Verzweiflung, Verachtung, Ekel, Selbsthass, …..ein ganzes Potpourie an Reaktionen.
Und genau dieses Potpourie hindert uns daran, die Mauern niederzureißen um einen Blick hinter die Fassade tun zu können.

Ich glaube, Echtheit ist eine der wichtigsten und wertvollsten Dinge, die einer besitzten kann.
Echtheit bedarf keinerlei Hilfen.
Echtheit bedarf nur Bereitschaft.
Habe ich diese Bereitschaft?

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Das Pendel

Dienstag, 27. Mai 2008 9:24

Heute Nacht habe ich geschlafen, oder doch nicht?
War ich bewusst oder unbewusst?
War ich überhaupt ich?
Gibt es ein “Über-Ich”, eine “Über-Seele?”.
Es war ein seltsames Gefühl.
Wie ein vorsichtiges Hin- und Hersteigen zwischen zwei Welten.
Und dann war da wieder dieses ICH, dass mich umarmte und mich Wärme und Licht spüren ließ.

“Your compassionate tears and empathic tortures all arise in the
vast Security and swirling Joy of the World Soul that is your own Over-Soul, and the
Over-Soul will whisper gently in your ear: ‘I will be with you, even until the ends of the world. How could anything ever be amiss?’”

(http://wilber.shambhala.com/html/books/boomeritis/wtc/part3.cfm/)

Wie ich mich gerade jetzt fühle, habe ich vor ein paar Wochen einem Freund geschrieben, und das Faktum, dass es mir immer noch so geht, beunruhigt mich in gewissermaßen sehr.
Damals schrieb ich:”Hinzukommt, dass ich mich wie ein Pendel fühle. Einmal schlägt es in die Richtung der totalen eigenen Projektion aus, dann wieder in die ehrliche Authentizität.
In mir liegen noch so viele Irrtürmer, Lügen und falsch übergestülpte “Wahrheiten”.

Ich werde jetzt dann wieder auf die Uni watscheln. Meine köperliche Anwesenheit demonstrieren (hier muss ich lächeln), meine Prüfung bestehen (woran kein Zweifel besteht).
Und, egal wie stressig es ist, und noch sein wird, ich werde mir etwas mitnehmen.

PS: die Klatschmohnfelder blühen wunderschön.

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (0) | Autor: shiva

Überdruck

Montag, 26. Mai 2008 19:43

Ich fühl mich momentan unheimlich unter Stress.
Ich sitze hier, bin seit mehr als zwölf Stunden am werken, vor mir steht ein riesen Korb mit Bügelwäsche. Gleichzeitig soll ich noch mit einem Kind lernen, selbst für die morgige Prüfung lernen, den Garten gießen, und für morgen vorkochen. Aber ich kann nicht. Da ist keine Kraft mehr. Ich könnte weinen. Und dann sag ich mir:”Meine Güte, stell dich nicht so an, Millionen von anderen Frauen schaffen da auch”. Na und?

Ich bin heute um 4Uhr30 aufgestanen. Dann habe ich bis 6Uhr gelernt und einen Kaffee getrunken.
Dann Frühstück und Jausenbrote für die Kinder gemacht.
Um 6Uhr20 wird das erste Kind geweckt. Ich bespreche den Tag mit ihm.
Um 6Uhr45 die anderen zwei. Während der Kleinste sich mühsam und im Schneckentempo anzieht, bin ich im Bad und versuche die Müdigkeit aus meinem Gesicht zu waschen. Um 7Uhr verlässt der Große das Haus.
In der Zwischenzeit frühstücken die zwei anderen.
Um 7Uhr15 verlassen wir drei das Haus. Den Kleinen bringen ich den Kindergarten, den anderen in die Schule.
Dann fahre ich direkt auf die Uni. 8Uhr ist dort Beginn.
Von 8Uhr bis 13Uhr Lehrveranstaltungen. Dann 45 Minuten Mittagspause, in denen ich einkaufen fahre.
14Uhr bis 16Uhr wieder Vorlesung, dann schnell ein Kind von dessen Freund abholen und zum Sport bringen.
Dazwischen die zwei anderen abholen. Mit dem Kleinen zum Arzt. Geburtstagsgeschenke einkaufen.
Im Endeffekt wirklich zu Hause um 18 Uhr. Abendessen machen. Hausaufgaben kontrollieren. Wäsche in die Maschine werfen. Garten gießen. Mit dem Großen Klavier üben. Mit dem anderen Sohn Logopädieübungen machen.
Jetzt ist es 19Uhr30. Und ich könnte heulen.
Und heute ist eigentlich der stressfreieste Tag der Woche.
Scheiße.
Noch fünf Wochen. Dann sind Ferien.
Aber irgend etwas muss ich mir einfallen lassen.
Warum ich das hier alles aufschreibe?
Weil mir grad nach Jammern ist.
Gerade ein Anfruf meines Mannes. Ob ich eh den Rasen gemäht habe?
NEIN, ICH HABE DEN RASEN NICHT GEMÄHT, UND WERDE DAS AUCH NICHT TUN.
Ich tanze auf zehn verschiedenen Hochzeiten gleichzeitig, und will auf jeder perfekt tanzen.
Ein Anspruch, dem ich nie gerecht werden kann.
Heut ist ein komischer Tag.
Ich lauf vor mir davon.
Ich muss hinaus gehen, mich unter den Baum stellen um mich wieder zu fühlen.
Ich fühle die etwas kühlere Luft auf meiner Haut.
Es fröstelt mich leicht.
Gänsehaut.
Hier kann ich nicht davonlaufen.

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (0) | Autor: shiva