Beiträge vom April, 2008

Erschöpfung

Montag, 28. April 2008 5:02

Ich bin erschöpft und habe das Gefühl nicht mehr zu können.
Eine Nacht voller Angst, immer wieder geweckt durch schlimme Träume.
Dann doch eingeschlafen.
Wollte dem Aufwachen entkommen. Wollte mich an jeder Stufe des Aufstiegs festhalten.
Aber ein sanfter, bestimmter Druck hebt einem nach oben, ob man will oder nicht.
Dann, wieder in den Körper geschlüpft, meine Umwelt wahrnehmend, nur mehr bittere Tränen, die ich auch nicht gewollt habe.
Ich schwimme in diesem großem Ozean und kein Land in Sicht.
Ich bin erschöpft und bete untergehen zu dürfen.

Erschöpft.
Hoffnungslosigkeit.

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (1) | Autor: shiva

Gewitter

Sonntag, 27. April 2008 20:13

Als ich klein war, hatte ich unglaubliche Angst vor Gewittern.
Ich lag dann in meinem Bett, die Decke über dem Kopf gezogen, die Augen fest zugedrückt um ja keinen Blitz zu sehen.
Wenn das Gewitter sehr lange dauerte war ich mitunter schon schweißgebadet und hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen, aber ich ließ die Bettdecke keinen Zentimeter zur Seite rücken. Wenn meine Mutter zu Hause war, habe ich sie angebettelt doch zu ihr ins Bett schlüpfen zu dürfen. Aber sie antwortet immer damit, dass ich mich zusammenreißen solle und ja nicht zu weinen anfangen soll, weil sie endlich schlafen will.
Ich habe dann meist leise in meinen Polster geweint und manchmal bin ich dann doch irgendwann vor lauter Erschöpfung eingeschlafen.

Heute, wenn wir des Nächtens ein heftiges Gewitter haben, kommen die Kinder unter meine Decke geschlüpft. Schmiegen sich ganz fest an mich. Dann merke ich, wie sich ihre Körper entspannen und sie ganz schnell wieder einschlafen. Oder wir reden über Blitz und Donner, lassen uns Geschichten oder Lieder einfallen, bis Donner und Blitz verstummt sind, oder unser Lachen einfach lauter ist.

Ich hatte sehr lange Angst davor, wenn ich eigene Kinder habe, ihnen die gleiche Behandlung angedeihen zu lassen, wie ich es erlebt habe. Angst davor, dass ich es einfach gar nicht anders machen kann, weil ich es nie erfahren habe.

In solchen Nächten, habe ich das Gefühl, hier nicht versagt zu haben.

Ich habe Angst.
Einsamkeit.

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (0) | Autor: shiva

Krankheit vs. Leiden

Sonntag, 27. April 2008 9:53

Wenn der Körper erkrankt steh man automatisch vor zwei verschiedenen Problemen. Auf der einen Seite ist da der Krankheitsprozess selbst, also die Erkrankung. Diese Erkrankung, würde ich sagen, ist relativ wertfrei. Also weder gut noch schlecht, sie ist einfach da. Auf der anderen Seite hat der erkrankte Mensch mit einer Haltung zurecht zu kommen, die ihm von der jeweiligen Gesellschaft aufoktruiert wird. Also eine Haltung, die eine Gesellschaft selber einer bestimmten Krankheit gegenüber einnimmt, geprägt durch eigenes urteilen, Ängsten, Hoffnungen, Geschichten, Mythen oder Wertforstellungen. Und in jeder Gesellschaft verbindet man eine gewisse Bedeutung mit Krankheit. Diesen Aspekt würde ich das “Leiden” nennen. Also die Medizin sagt uns wann und auf welcher Art und Weise wir “krank” sind. Unsere Kultur und Gesellschaft sagt, wann und in welcher Weise wir “leidend” sind.
Das mag ziemlich abstrus klingen, aber muss nicht unbedingt negativ sein. Eine Gesellschaft könnte einer Krankheit ja auch durchaus mitfühlend und verständnisvoll gegenüber stehen.
Durch diese Wissenschaft versuche ich also nun Erklärungen für die Krankheit zu finden. Aber durch die Gesellschaft versuche ich dieses Leiden zu verstehen.
Denn in dem Ausmaß, wie ich zu dieser Gesellschaft gehöre, also ich “in ihr” bin, ist sie mit ihren Bedeutungszuweisungen und Wertungen “in mir”.
Und hier steigt in mir immer wieder die Frage des “warum” auf. Habe ich Schuld an Krankheit und Leiden?

Hier möchte ich ein paar Anschauungen anführen, die ich im Buch “Mut und Gnade” von Ken Wilber, gefunden habe:

1. Christlich - die Botschaft der Fundamentalisten: Krankheit letzlich als Strafe Gottes für irgendeine Sünde. Je schlimmer die Krankheit, desto schauriger die Sünde.

2. New Age - Krankheit als Lektion: Du legst dir selbst diese Krankheit zu, weil du etwas Wichtiges durch sie zu lernen hast, um dann deine spirituelle Entwicklung fortsetzten zu können. Der Geist allein erzeugt die Krankheit, und der Geist allein kann sie heilen. Eine yuppisierte postmoderne Vision der christlichen Wissenschaft.

3. Schulmedizin: Krankheit ist im wesentlichen eine biophysikalische Störung aufgrund von biophysikalischen Faktoren (von Viren über Traumata bis zu genetischer Veranlagung und auslösenden Umweltfaktoren). Bei den meisten Erkrankungen zerbricht man sich über psychologische und spirituelle Behandlungsformen am besten gar nicht erst den Kopf, denn meistens sind sie wirkungslos und verhindern eher, dass einem die richtige medizinische Versorgung zuteil wird.

4. Karma: Krankheit ist die Folge von negativen Karma, das heißt, irgendein ungutes Handeln in der Vergangenheit (früheren Leben) reift jetzt zu einer Krankheit aus. Die Krankheit ist insofern “schlecht”, als sie für frühere Missetaten steht; “gut” ist sie in dem Sinne, dass der Krankheitsprozess selbst für das Verbrennen und Läutern der früheren Missetaten steht; er ist ein Purgatorium.

5. Psychologisch - oder wie Woody Allen sagt: “Ich werde nicht wütend; ich kriege statt dessen Tumore”. Dahinter steht, zumindest in der Pop-Psychologie, dass verdrängte Emotionen Krankheiten verursachen. Die extreme Form: Krankheit ist Todesverlangen.

6. Gnostisch: Krankheit ist eine Illusion. Das gesamte manifeste Universum ist ein Traum, ein Schatten, und frei von Krankheit kann man nur sein, wenn man von der Illusion des Manifestierten ganz frei ist, wenn man dem Traum erwacht und die “Eine Wirklichkeit” hinter dem manifesten Universum entdeckt. Der Geist ist die einzige Wirklichkeit, und im Geist gibt es keine Krankheit. Eine extreme und etwas verquerte Spielart der Mystik.

7. Existentiell: Die Krankheit an sich hat keine Bedeutung. Sie kann nur eine Bedeutung gewinnen, wenn ich ihr eine gebe, und ich alleine bin verantwortlich für diese Entscheidung. Menschen sind endlich und sterblich, und die einzige authentische Haltung gegenüber der Krankheit besteht darin, sie als Aspekt unserer Endlichkeit zu aktzeptieren, auch wenn wir ihr eine persönliche Bedeutung geben.

8. Ganzheitlich oder holistisch: Krankheit ist das Produkt physischer, emotionaler, mentaler und spiritueller Faktoren, die nicht voneinander zu trennen sind und von denen keiner ignoriert werden kann. Die Behandlung muss alle diese Dimensionen berücksichtigen (was allerdings in der Praxis meist doch auf ein Umgehen schulmedizinishcer Therapien hinausläuft, auch wenn diese vielleicht helfen könnten).

9. Magisch - Krankheit als Vergeltung: “Ich verdiene diese Krankheit, weil ich mir gewünscht habe, dass Soundso stirbt”. Oder: “Ich tue mich besser nicht so sehr hervor, sonst passiert mir etwas Schlimmes”, oder: “Wenn ich zuviel Gutes erfahre, muss irgendwann was Schlechtes kommen”. Und so weiter.

10. Buddhistisch: Krankheit ist ein unausweichlicher Bestandteil der Erscheinungswelt. Die Frage nach dem Warum der Krankheit ist ebenso sinnlos wie die Frage nach dem Warum der Luft, Geburt, Alter, Krankheit und Tod - das sind die Kennzeichen dieser Welt, in der alle Phänomene flüchtig, leidvoll und ohne Selbst-Wesenheit sind. Erst in der Erleuchtung, dem reinen Nirvana-Gewahrsein, ist Krankheit endgültig transzendiert, denn dann ist die Welt der Phänomene überhaupt transzendiert.

11. Wissenschaftlich: Worin die Krankheit auch bestehen mag, sie hat eine bestimmte Ursache oder Gruppe von Ursachen. Einige dieser Ursachen sind ermittelt, andere sind unberechenbare Zufallserscheinungen. Jedenfalls hat die Krankheit keine Bedeutung oder gar einen tieferen Sinn. Es gibt hier nur Zufall und Notwendigkeit.

“Es liegt in der Natur des Menschen, dass er in einem Meer von Bedeutungen schwimmt”….

…..ich scheine oftmals schier darin unter zu gehen…..

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Das Rad des Leidens

Freitag, 25. April 2008 16:25

“Du leidest an dir selbst; kein anderer zwingt dich.
Kein anderer hält dich, der du lebst und stirbst
und auf dem Rad umherwirbelst, seine Speichen der Qual umarmst und küsst,
seinen Radkranz der Tränen, seine Nabe des Nichts.”

(Ein Dichter kleidete die Botschaft des Buddha in diese Worte)

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Bilder in mir

Mittwoch, 23. April 2008 16:36

Meine Nächte sind sehr unruhig.
Bilder von Begebenheiten meiner Kindheit und Jugend kommen hoch. Sehr intensiv, sehr real.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob dies im Traum geschieht, oder ob ich wach bin. Hier kann ich keinen Unterschied ausmachen.
Auch tagsüber erscheinen Bilder in mir. Blitzartig, heftig.
Heute zu Mittag mit so einer Wucht, dass ich ohne Kontrolle weinen musste. Direkt danach stellte sich ein Gefühl der Erleichterung ein. Der Druck im Solarplexus wurde auch geringer. Müdigkeit machte sich breit. Zwei Stunden tiefer, traumloser Schlaf folgten.
Danach bin ich erwacht und im ersten Moment wusste ich nicht wer ich bin, wo ich bin. Es fühlte sich alles “in Ordnung” an.
Ein Hungergefühl machte sich breit.
Jetzt sitzte ich hier, frage mich, wer hier schreibt. Und warum.

Schmerzen unverändert, aber gehören nicht mir.

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Begegnung

Montag, 21. April 2008 15:39

Ich begegnete heute jemanden, den ich noch nicht kannte:
“mir”….

Starke Schmerzen, die mich nicht berühren.

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Schub

Sonntag, 20. April 2008 10:09

Bereits seit ein paar Tagen merke ich, dass sich ein neuerlicher Schub ankündigt.
Der letzte ist noch gar nicht so lange her, etwa 3 Monate denke ich.
So kurze Abstände sind eher untypsich, aber vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich momentan versuche an mehreren Fronten zu kämpfen. Ich weiß es nicht.
Früher wäre ich bereits panisch zu einem Facharzt gelaufen, hätte tonnenweise Medikamente gefordert oder wäre einfach nur verzweifelt, angesichts der nahenden Schmerzen.
Heute ist da eher ein Gefühl der Gleichgültigkeit.
Ich weiß was kommen wird, und doch kann ich es nicht wissen.
Ich werde heute auch den Kindern erklären was Sache ist. Gewisse Masken kann ich einfach nicht mehr tragen.
Ich dachte sehr lange, ich würde sie schützen, wenn sie nicht sehen können wie es mir geht, aber das ist totaler Nonsens.
Jetzt gehe ich in den Garten, die Sommerblüher wollen gesetzt werden.

Leichte Schmerzen.

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Die Person und ihr Zeuge

Sonntag, 20. April 2008 6:52

Ich merke, wie ich mich immer mehr von meiner Umwelt zurückziehe. Aufgrund der Kinder und des Studiums gibt es zwar ein Mindestmaß an zwischenmenschlichen Kontakten, die ich irgendwie aufrecht erhalten muss, aber oft strengen mich diese dann sehr an.
Außerdem habe ich meist das Gefühl in zwei Welten zu leben. Oder besser, in zwei Personen.
Da ist diese eine Person, die funktioniert, wie man es gewohnt ist. Nach Programmen die da sind, nach Mustern die einstudiert sind.
Und ein Zeuge, der es kaum noch aushält diesem Treiben zuschauen zu müssen.
Dieser Zeuge fühlt anders, denkt auch anders. Die Gefühle ändern sich ständig. Im Moment sind da bittere Tränen, die geweint werden wollen, aber die Person verbietet dies.
Ich weiß nicht mehr, was richtig ist.
Was soll ich tun?

Verzweiflung

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Mauervorsprung

Donnerstag, 17. April 2008 6:35

Mein Traum heute Nacht.
Ich stand vor einem hohen Haus und entschloss mich hochzuklettern, obwohl ich mir bewusst war, dass ich dann keine Möglichkeit mehr haben werde runter zu kommen. Ich kann mich erinnern, dass ich mir im Traum zugesehen habe, und innerlich den Kopf schüttelte ob diesem Vorhaben.
Ich kletterte also hoch. In mir war eine gewisse Zufriedenheit, dies zu tun, obwohl es unvernüftig erscheint.
Oben angekommen stelle ich mich auf einen Mauervorsprung mit dem Rücken an die Hausmauer gepresst. Unter mir war ein Gruppe von Menschen die an Tischen saßen und sich unterhielten.
Eine zeitlang sah ich mir die Aussicht an aber sehr schnell beschlich mich eine gewisse Panik.
Anfangs fühlte ich mich noch relativ sicher auf diesem Mauervorsprung, der gerade einmal eine Fußlänge breit war, aber sehr schnell verflog diese Sicherheit.
In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken.
Gedanke 1 –> wenn du dich nicht zusammenreißt dann flippst du aus, hast dich nicht mehr unter Kontrolle und wirst abstürzen.
Gedanke 2 –> ich könnte diese Kontrolle einfach aufgeben und fallen.
Gedanke 3 –> wenn ich die Kontrolle nicht behalte, werden in einer Art Panikattake meine Muskeln erschlaffen und ich werde ebenfalls abstürzen.
Gedanke 4 –> ich habe keine Wahl, ich brauche mich nicht anzustrengen um eine Entscheidung zu treffen.
Gedanke 5 –> ich könnte jemanden aus der Menschengruppe unter mir zurufen, und diesen um Hilfe bitten.
Gedanke 6 –> du hast ganz genau gewusst, dass das passieren wird, wieso hast du es trotzdem getan?
Ich weiß dann nurmehr, dass ich die Augen geschlossen habe und wieder an die Oberfläche des Traumes gestiegen bin.

Was will mir dieser Traum sagen?

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (4) | Autor: shiva

Halt

Dienstag, 15. April 2008 5:37

Einen tiefe Sehnsucht nach Halt.
Geborgenheit.
Beständigkeit.
Einer Umarmung.
Stärke.
Mut.

Angst, die keine Bedeutung mehr hat.

Thema: Alles und Nichts | Kommentare (0) | Autor: shiva